Mitarbeit in der Kirche

Wir glauben durch den Glauben der Menschen, die vor uns geglaubt haben. Einer hat gepflanzt, der andere begossen, aber Gott hat das Gedeihen gegeben. Der Apostel Paulus ruft das bereits den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen seiner urchristlichen Gemeinde ins Gedächtnis. Damit sich niemand für etwas Besseres hält, aber auch keiner an seinen vermeintlich geringen Gaben zweifelt. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau" (1. Korinther 3, 9). Da gibt es die Engagierten, die Anstöße geben und neue Ideen verfolgen. Und daneben diejenigen, die dafür empfänglich sind und bei denen die Saat aufgeht. Es braucht beide, und nicht selten ist man beides zugleich: Gebender und Empfangender. Und beides aus derselben Quelle bzw. auf dem gleichen Grund, der gelegt ist, Jesus Christus - Gottes Liebe in Person.

Es sind diese Grundzüge einer Theologie der Mitarbeit, denen sich das MitarbeiterinnenKolleg verpflichtet fühlt: Auf Augenhöhe miteinander umgehen, weil wir in Seinen Augen als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschätzt werden. Füreinander achtsam bleiben, weil niemand immer nur geben kann, sondern auch angewiesen ist. Gerade, wenn man dazu neigt, immer mehr von immer weniger Engagierten zu erwarten. Einander ergänzen, „wie es der Herr einem jeden gegeben hat". Also Kooperation ohne Sorge, dabei selbst zu kurz zu kommen.

Daraus entstehen gute Projekte und Initiativen, wie es die Broschüre „zum Beispiel: Kirche" auch für unsere Landeskirche dokumentiert. Dem, was offenkundig ist, aber auch allem, was im Verborgenen geschieht, gilt die Verheißung, dass Gottes Reich mitten unter uns entsteht. Was wir dafür tun können, ist der Bemühung um Qualität verpflichtet. Und doch lässt es sich nicht erschöpfend messen. Auch die ehrenamtliche Mitarbeit soll verlässlichen Standards genügen und bedarf daher steter Qualifizierung. Trotzdem gelingt vieles - Gott sei Dank - oft genug auch jenseits bewusster Bemühung in der Kraft des Geistes.

Das Jahresprogramm 2009-2010 hat ein neues Outfit. Es setzt einige dieser Grundgedanken zur Mitarbeit in der Kirche gestalterisch um: Pflanzen und Pflegen, Bauen und Aufbauen auf gutem Grund und Boden. Bereits zum sechsten Mal veröffentlichen wir in dieser Weise Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Kirchengemeinden. Es sind insgesamt 80 Einzelveranstaltungen. Der überwiegende Teil wird von der Evangelischen Erwachsenenbildung gefördert.

Wieder haben wir versucht, Bewährtes um Neues zu ergänzen: Die Kirchenführung und Kirchenpädagogik zum Beispiel. Oder die Seminarreihe zum Basiswissen Religionen. Die Kirchenvorstände haben Halbzeit, darum Seminare zur Zwischenbilanz. Für die Lektoren- und Prädikantenarbeit wurde gemeinsam mit dem Pröpstekonvent ein Praxiskonzept erarbeitet. Es soll die Begleitung und Fortbildung in der Region verstärken. Erstmals beteiligen sich daran etliche jüngere Kolleginnen und Kollegen. Auch über das Pilotprojekt der Kuratoren gibt es weitere Informationen. Und daneben stehen wie stets viele kleine und große Aufbrüche. Darum schon jetzt ein Dankeschön an alle, die dieses Programm ermöglichen.

Wir grüßen Sie herzlich aus der gemeinsamen Programmkonferenz des MitarbeiterinnenKollegs und hoffen darauf, dass Sie davon reichlich Gebrauch machen.
Ihre

Ingrid Drost von Bernewitz
Jutta Salzmann
Beate Stecher
Dieter Rammler